Schöne Lieblingsteile, ein wunderbar geordneter Kleiderschrank und Mode, die genau zu uns passt: Je mehr wir uns mit Kleidung und Stil beschäftigen, desto besser finden wir heraus, was uns steht, was wir anziehen möchten – und was nicht. Wir kaufen bewusster ein, sind nachhaltiger und legen keinen Wert mehr darauf, jeden Trend mitzumachen. Slow Fashion statt Schnelllebigkeit. Dem hat sich Designerin Sibylle Boveleth ebenfalls verschrieben. Sie macht Mode nach eigenen Regeln: langsam, verantwortungsvoll, liebevoll – Slow Fashion, die länger hält. Wir haben für euch mit ihr gesprochen.

Entscheiden mit Bedacht

Die Stimme am anderen Ende der Leitung klingt aufgeregt. Die Produzentin aus Portugal ist am Apparat. Heute ist Deadline für alle Änderungen der Kollektion. Maximaler Druck. Sibylle Boveleth lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Entscheidet mit Bedacht. Alles, was zählt, ist ihre neue Kollektion, die eine pro Jahr. Mehr produziert Sibylle Boveleth nicht, mehr braucht kein Mensch, findet die Modeschöpferin.

Slow Fashion: „Kleidung ist viel mehr als beliebige Klamotte“

Ihre Kleidung leuchtet in Grün, Blau, Gelb, Braun – Naturfarben. Es sind einfache Schnitte, fließende Stoffe mit unaufdringlichen Mustern und klaren Strukturen, die nie die überraschende Kleinigkeit oder die besondere Raffinesse vermissen lassen. Ihre Kleidung zeigt Haltung gepaart mit einer Prise Selbstironie und einem Hauch Leichtigkeit. „Kleidung ist viel mehr als beliebige Klamotte“, sagt die Designerin. Sie erzählt der Welt, wie ich denke, handle und fühle.“ Die 50-Jährige hat noch nie ein Kleidungsstück weggeworfen, mehr als sechs Teile pro Jahr kauft sie nicht neu. Sie hält es mit der Kleidung wie mit dem Essen: weniger, dafür besser; langsamer, dafür ausgewählter; liebevoller, dafür wertiger.

Sybille Boveleth, BEE Modelabel, Designerin, in ihrem Atelier + Verkaufsraum in Bochum

Qualität und Nachhaltigkeit zählen bei Slow Fashion doppelt

Sibylle Boveleth nimmt ihre Verantwortung als Designerin ernst. Sie kreiert Mode, die Mensch und Natur so wenig wie möglich schaden will. Wertige Mode, die lebenslang hält und sich täglich unkompliziert trägt. Lieblingsstücke. Wenige machen glücklich, viele nicht glücklicher. Das ist Slow Fashion, der Gegenentwurf zur Fast Fashion, der billigen Wegwerf-Mode, einmal, manchmal nie getragen.

Die Designerin produziert unter ihrem Label „Bee“ gerade einmal 20 neue Teile pro Jahr. Das sind ihre Auserwählten, ihre Besten aus Hunderten Ideen und Entwürfen. Sich freiwillig beschränken wollen, um das Wichtige, das Richtige zu tun – darum geht es. Nähen lässt die Designerin in Portugal, in kleinen inhabergeführten Manufakturen, wo sie die Näherinnen kennt, wo sie weiß, dass maximal wenig Stoff im Müll landet und Öko-Materialien in die nachhaltigen Textilien miteinfließen. Bee-Kleidung ist nicht billig, aber auch nicht teuer.

Sybille Boveleth, BEE Modelabel, Designerin, in ihrem Atelier + Verkaufsraum in Bochum

Zeitlos: Slow Fashion fällt auf und fügt sich doch ein

Sie ist halt ihr Geld wert. Eine Hose kostet 180 Euro, eine Bluse 140 Euro. „Ich mache keine Mode für die reiche Elite“, sagt Boveleth. „Sondern demokratische Mode, für alle Körper und Geldbeutel.“ Lieblingsstücke, die sich jede Frau leisten könne, die Respekt vor dem Produkt und der Arbeit hat. Diese Frauen kennt Boveleth persönlich, es sind ihre Kundinnen – junge und alte, dicke und dünne, flach- und großbusige.

„Die Bee-Frau will nicht auffallen und tut es dann doch“, sagt die Designerin. „Weil sie ihr Selbstbewusstsein mit lässiger Selbstverständlichkeit trägt.“ Das Monogramm in gelbem Neon auf dem Bee-Ärmel reicht ihr als Kompliment: das Wichtige zu kennen, das Richtige zu wollen und sich für das Gute entschieden zu haben.

Sybille Boveleth, BEE Modelabel, Designerin, in ihrem Atelier + Verkaufsraum in Bochum

Slow Fashion heißt auch: Nichts überstürzen!

An der königlich belgischen Akademie der Künste in Flandern lernte Sibylle, wer sie sein will, was sie will und wie ihr Stil geht. Sie liebt die Kombination der Gegensätze, poetische Schönheit gemischt mit spröder Toughness – Rippenjersey außen, weiche Seide innen. Außen hart, innen empfindsam – „die interessanten Teile sind immer die voller Gegensätze.“

Seit 2016 verkauft Boveleth ihre Slow Fashion im eigenen Laden „Bee by Bill“ in Bochum. Der macht sie nicht reich, ihre Mode bedient wenige – eine Nische, nix für den Mainstream. Aber es läuft. Sie will nicht mehr produzieren, kein größeres Rad drehen. „Dann ist vielleicht mehr Geld da, aber weniger Zeit. Dafür mehr Stress und mehr Druck. Wozu?“ Sie ist zufrieden. So wie’s ist. Nur auf Augenhöhe mit der Zeit will sie kommen, raus aus der Mundpropaganda-Nische. Doch Sibylle Boveleth lässt sich nicht hetzen, sie trägt nicht mal eine Uhr.

Tipp: Um deine Kleidung so schonend wie möglich zu reinigen und die Fasern zu pflegen, verwende beispielsweise die Sensitiv-Kollektion von Lenor. Das Lenor Sensitiv Flüssigwaschmittel sowie die Lenor Sensitiv All-in-1 PODS sorgen für die sanfte Reinheit Ihrer Lieblingsteile. Der hypoallergene Lenor Sensitiv Weichspüler verleiht deiner Wäsche Weichheit, schützt die Fasern und beugt Hautreizungen vor.

Wie hältst du es denn so mit der Kleidung: Hast du preisintensive Langzeitbegleiter oder liebst du das regelmäßige Shoppen so sehr, dass du lieber öfter und günstiger einkaufst? Wir freuen uns über deine Meinung in den Kommentaren.