Blasenschwäche ist kein schönes Thema – aber es ist doch für so viele von uns Alltag und sollte kein Tabu sein. Die Always Kampagne #dubistdieantwort ermutigt Frauen dazu, offen und selbstbestimmt damit umzugehen und sich zu öffnen. Wir finden diese Aktion absolut gelungen, denn sie hilft dabei, einen entscheidenden Schritt voran zu tun! Wir möchten euch an dieser Stelle ganz besondere Frauen und ihre Botschaft vorstellen.

Darüber spricht man nicht? Von wegen!

Blasenschwäche betrifft so viele. Trotzdem ist das Thema noch immer verknüpft mit der gesellschaftlichen Haltung: Darüber spricht man doch nicht! Um ein selbstbestimmtes, freies Leben führen zu können, ist nicht nur Aufklärung notwendig, sondern vor allem eines: eine neue Haltung. Die Kampagne #dubistdieantwort von Always bestärkt Frauen, ihre eigenen Regeln zu schreiben. Und das gilt erst recht für das Thema Blasenschwäche. Immerhin ist Inkontinenz eines der häufigsten Symptome, die im Zusammenhang mit den Wechseljahren auftreten können.

Umgang mit Blasenschwäche: Ist das bei mir auch so?

Mit dem Eintritt in die weibliche Lebensmitte machte auch Ina, 54, erstmals Bekanntschaft mit dem Thema. „Eigentlich bin ich erst in einem Gespräch mit einer Freundin darauf gekommen. Sie erzählte mir, dass sie immer mal wieder ein paar Tropfen verliert, wenn sie husten muss oder lacht. Danach dachte ich im Stillen nach ‚Ist das bei mir auch so?‘“, erinnert sie sich. Erst da wurde ihr bewusst, dass „ich beim Niesen oder Lachen den Beckenboden anspanne, um keine Tropfen zu verlieren.“

#dubistdieantwort: Blasenschwäche ist kein Tabu

Ina ist eine der Protagonistinnen des neuen Always Discreet Kampagnenfilms und damit Teil einer Initiative, die sich der Enttabuisierung der Blasenschwäche verschrieben hat. Sie ist froh, dabei sein zu dürfen, „weil es sich befreiend anfühlt, darüber zu sprechen.“ Da sie generell keine große Scham empfindet, problematischere Themen anzusprechen, tut sie es stellvertretend für all diejenigen, denen das schwerfällt. „Man muss darüber sprechen, um Frauen aufzuklären. Ansonsten bleibt es ein Tabu. Es kann ja durchaus in einem intimen Rahmen thematisiert werden, aber der Umgang damit sollte selbstverständlicher werden“, umreißt sie ihre Motivation.

Lassen wir Zahlen sprechen

Wie relevant das Thema ist, zeigt ein nüchterner Blick auf die Zahlen: Eine von drei Frauen in Deutschland hat eine Blasenschwäche. Wir sprechen also von Millionen von Frauen. Doch offen thematisiert wird es so gut wie nie – weder in der Öffentlichkeit, noch in den Medien. Über die Hälfte der Frauen einer Befragung gaben an, dass Blasenschwäche gesellschaftlich nicht akzeptiert wird. Die Folge: Frauen tauschen sich nicht aus, zweifeln an sich selbst und werden unsicher.

Doch inkontinent zu sein dreht sich nicht nur um die Frage „Wo ist die nächste Toilette?“. Es kann viel tiefer in das Leben eingreifen. Spontan verabreden, längere Ausflüge – vieles wird zum Problem. Das natürliche Bedürfnis nach einem aktiven und selbstbestimmten Leben kann schnell auf der Strecke bleiben. Die Folge: Rückzug und Isolation.

Fakten statt Halbwahrheiten

„Die größten Probleme mit Inkontinenz sind das Stigma und die Scham, die damit einhergehen“, bestätigt Sheila de Liz. Die Frauenärztin hat eine Praxis für Gynäkologie und Geburtshilfe in Wiesbaden. Außerdem bespielt sie einen YouTube-Kanal, schreibt diverse Kolumnen und gilt inzwischen als „Jamie Oliver der Frauenmedizin“. Ihre Mission: Frauen in die Geheimnisse ihres Körpers einzuweihen – immer positiv und in einer Sprache, die jede versteht. Mit ihrem Bestseller „Woman on Fire“ mit dem vielsagenden Untertitel „Alles über die fabelhaften Wechseljahre“ möchte sie Frauen nützliches Wissen an die Hand geben, „nicht Gerüchte aus dem Internet oder Halbwahrheiten aus dem Volksmund, sondern Fakten über den weiblichen Körper“, schreibt die Gynäkologin.

Inkontinenz nach der Geburt

Denn wie Gisela, eine weitere Protagonistin der Always Kampagne, trifft viele das Problem völlig unvorbereitet. „Nach der Geburt meiner Zwillinge war das Thema Blasenschwäche plötzlich sehr real für mich“, schildert sie. Weil sie sich im ersten Moment nicht besser zu helfen wusste, hat sie mehrere Slipeinlagen übereinander geklebt und gehofft, dass alles wieder gut wird. „Heute weiß ich, dass es spezielle Einlagen gibt, die mich besser schützen.“ Wie zum Beispiel von Always Discreet. Die Boutique-Einlagen etwa fühlen sich an wie Unterwäsche und nehmen Feuchtigkeit komplett auf.

Viele Stunden Yoga-Übungen haben Gisela dabei geholfen, ihre Symptome zu mildern. Dass sie selbst Kennerin und Lehrerin der fernöstlichen Tradition des Yogas ist, hat für sie es einfacher gemacht. Die Erfahrungen haben sie sensibilisiert; sie spricht Blasenschwäche heute offen in ihren Yoga-Stunden an. „Wenn ich dann in die Runde schaue und sehe, wie viel Zuspruch es gibt, merke ich, dass das Thema mehr Frauen betrifft, als bereit sind, darüber zu sprechen.“ Sie weiß, dass auch jüngere Frauen Ende 30, die keinen Sport machen, zu Blasenschwäche neigen.

Selbst aktiv werden

Dem Thema Inkontinenz widmet Gynäkologin Sheila de Liz nicht von ungefähr ein ganzes Kapitel in ihrem Buch – Überschrift: „Hold back the river“. Blasenschwäche gehört neben Schlafstörungen, Hitzewallungen, depressiven Verstimmungen, Gelenksschmerzen und vaginalen Beschwerden zu den häufigsten Symptomen der Wechseljahre. Die Gynäkologin möchte Frauen das nötige Rüstzeug mit auf den Weg geben. „Oft überlassen wir Entscheidungen über unseren Körper den Ärzten. Das ist auch okay, wenn man sich den Knöchel verstaucht hat, aber bei der Gestaltung der Wechseljahre sollte die Frau eine aktive Rolle spielen“, schreibt sie. Gegen jegliche Formen der Inkontinenz – ob Stress- oder Dranginkontinenz sowie Mischformen – kannst du etwas tun.

Sport, Achtsamkeit – und Stille

Die moderne Medizin hat ein ganzes Portfolio parat, von Beckenbodenübungen über diverse Operationen bis hin zu Behandlungen mit elektromagnetischen Kontraktionen. Es gibt aber auch eine Vielzahl von alltäglichen Dingen, die wir für eine gesunde Lebensführung beachten können – und die in den Wechseljahren umso wichtiger werden. Sport gehört dazu, ebenso wie gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Stille. Letzteres ist vielleicht am überraschendsten – Stille. Nicht im Sinne von Ruhe, sondern als Form der Achtsamkeit. Bei Sheila de Liz ist dieser Zeitpunkt morgens um 5 Uhr. „In dieser Zeit schreibe ich auf, was ich machen will, und überlege, wie es mir geht.“

Stille allein ist natürlich kein Rezept gegen Symptome wie Blasenschwäche. Aber sie kann dabei helfen, uns bewusst zu machen, dass die Wechseljahre eine Zeit sind, sich besonders gut um sich selbst zu kümmern. Die Symptome zu erkennen, anzunehmen – und offen mit ihnen umzugehen. Wir, die Victoria Redaktion, freuen uns schon auf deine wertvollen Rückmeldungen. Denn ihr wisst ja: Wir müssen reden! Dann auch ohne „Pst“, sondern mit einer neuen, selbstbewussten Haltung.

Woman on Fire: Alles über die fabelhaften Wechseljahre Gynäkologin Dr. med. Sheila de Liz ist überzeugt, dass die Wechseljahre cooler sind, als wir glauben und liefert auf 288 Seiten das nötige Rüstzeug, um gesund zu bleiben. Ein Muss für alle, die sich für die moderne Sicht der Medizin auf die weibliche Lebensmitte interessieren.


Woman on Fire: Alles über die fabelhaften Wechseljahre.
Gynäkologin Dr. med. Sheila de Liz ist überzeugt, dass die Wechseljahre cooler sind, als wir glauben und liefert auf 288 Seiten das nötige Rüstzeug, um gesund zu bleiben. Ein Muss für alle, die sich für die moderne Sicht der Medizin auf die weibliche Lebensmitte interessieren.

„Wie konntest du nur?“ – „Genau deshalb!“

Sylvie hat bereits im Victoria Magazin offen über ihre Blasenschwäche gesprochen. Die Reaktionen darauf haben sie darin bestärkt, das auch weiterhin zu tun.

Was hat dich dazu bewogen, offen über Blasenschwäche zu sprechen?

Ich bin generell ein offener und ehrlicher Mensch. Ich empfinde es nicht als Schwäche, auch über schwierige Themen zu sprechen. Im Gegenteil. Blasenschwäche offen zu thematisieren ist besonders wichtig – es betrifft doch so viele.

Gab es Reaktionen auf den Artikel?

Und ob! Esgab viele Nachfragen vonFreunden und Bekannten.Die meisten fanden es toll.Es gab aber auch einige wenige,die gesagt haben: „Wiekonntest du nur?“ Aber was soll ich sagen: Genau deshalbhabe ich es ja getan. Umder Inkontinenz den Nimbusdes Tabus zu nehmen.

Würdest du es wieder tun?

Ja, denn anhand der Reaktionen habe ich gemerkt, dass sich viele Frauen erstmals ernsthaft mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Statt gekicherter Halbsätze gab es dezidierte Nachfragen, darüber wie ich vorgegangen bin, welche Möglichkeiten der Behandlung es gibt. Und da gibt es einiges: Beckenbodengymnastik zur Kräftigung des Beckenbodens oder lokale Behandlungen mit Östrogenen, und, und, und. Still vor sich hinzuleiden ist keine Alternative.

Was genau hat dir geholfen?

Bei einer OP wurde mir ein TVT-Band eingesetzt, das die Harnröhre stützt. Das war für mich die beste Variante. Ich bin sportlich, mein Körper ist mir wichtig. Aber mein Weg ist keine Blaupause für andere. Jede Frau muss individuell für sich die passende Behandlung finden. Ich will lediglich dazu anregen, offen mit Blasenschwäche umzugehen. Achtsam mit sich und seinem Körper umzugehen.

Du gehst ganz offen mit deiner Blasenschwäche um und möchtest anderen Frauen die Angst vor diesem Thema nehmen? Dann hinterlasse gerne einen lieben Kommentar – die Community wird dir dankbar sein.