Im Leben einer Frau ist die Menopause ein natürlicher Prozess, der Herausforderungen mit sich bringen kann. Vor allem aber ist es eine Zeit, die dazu einlädt, sich besonders gut um sich selbst zu kümmern.

The change nennt man die Wechseljahre im Englischen. Eigentlich ein recht schönes Wort. Es klingt nach einer Zeit, die einen Aufbruch markiert. Acht Millionen Frauen erleben in Deutschland gerade diese Phase, so viele wie nie zuvor. Wir finden es umso erstaunlicher, dass das Thema öffentlich kaum präsent ist. In den Buchhandlungen gibt es Bestseller zu einzelnen Körperfunktionen, ganze Regalreihen über ausgewogene Ernährung, stapelweise Gesundheitsratgeber. Aber Bücher, die explizit das Klimakterium der Frau behandeln und sich mit den Auswirkungen beschäftigen? Fehlanzeige.

Nur langsam dringt das Thema ins öffentliche Bewusstsein, dafür aber in unangestrengter Offenheit. „Was Sie schon immer über Frauen wissen wollten“ heißt eine TV-Dokumentation, die der NDR ausgestrahlt hat, während sich im Internet mehrere Blogs explizit mit dem Thema beschäftigen. Das halten wir für umso wichtiger, als dass viele Frauen unvorbereitet in die Wechseljahre schlittern und nicht genau wissen, was mit ihrem Leben und ihrem Körper gerade passiert. Unangenehme Hitzewallungen, schlaflose Nächte, nervöse Attacken – die Wechseljahre können sich in vielerlei Gestalt bemerkbar machen und da können wir auch hier in der Redaktion ein Liedchen von singen.

Gut also, dass es viele kleinere und größere Tipps gibt, die uns und dir zeigen, wie man den einzelnen Herausforderungen begegnen kann. Die wichtigste Grundvoraussetzung aber ist, achtsam mit sich selbst zu sein und auf die Signale des eigenen Körpers zu hören. Oder anders ausgedrückt: Sei einfach gut zu dir! Oftmals reicht es nicht, an einzelnen Stellschrauben zu drehen. Gefragt ist stattdessen ein ganzheitlicher Ansatz, den eigenen Lebensstil im Hinblick auf eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Entspannung auszurichten. Je eher man damit beginnt, desto besser durchlebt man die Phase, in der die Hormonproduktion ab dem 40. Lebensjahr nachlässt. Mit etwa Anfang 50 beginnt die Menopause. So nennt man die Phase, in der die Regelblutung ganz aufhört. Mach’s gut, alte „Freindin“ (Freundin + Feindin – denn seien wir doch mal ehrlich: So viel Spaß hat sie uns jetzt auch nicht gebracht.)! Zwölf Monate nach der letzten Blutung erreicht die Östrogen- und Progesteronproduktion ihren Tiefpunkt.

Hallo Wechseljahre! Mit dem Körper kommunizieren und durchatmen

Manche Frauen haben kaum oder gar keine Probleme in der Übergangszeit, während andere mit dünner werdendem Haar, Inkontinenz, Kniegelenkschmerzen oder Gewichtszunahme kämpfen. Ob die Beschwerden nun leicht oder stärker sind: Sobald man Symptome verspürt, dann möchte einem der Körper sagen, dass man etwas verändern sollte. Besonders die übermäßige Ausschüttung von Stresshormonen kann mit den unangenehmsten Symptomen der Menopause in Verbindung stehen. Wichtigste Priorität daher: das Leben mit mehr Ruhe füllen. Ein wichtiges Ventil zur Entspannung ist praktischerweise fester Bestandteil unserer Körperfunktionen: das Atmen. Anspannung beziehungsweise Entspannung sind untrennbar mit der Atmung verknüpft. Konzentrieren wir uns beispielsweise darauf, tief in den Bauch zu atmen, reduziert das die Ausschüttung von Stresshormonen deutlich.

Bewegung und vollwertige Ernährung: Zur Menopause auf „Start“ drücken

Ebenso entscheidend dafür, wie man die Zeit des Übergangs erlebt, ist die Einstellung zu Bewegung. Die körperliche Aktivität steigert das Wohlbefinden, die Produktion von Endorphinen wird angeregt und die Stimmung aufgehellt. Die Folge: Wir fühlen uns wohler, ausgeglichener und belastbarer. Yoga ist der perfekte Mix aus Bewegung und Entspannung, aber auch ein Krafttraining mit leichten Gewichten kann für mehr Wohlbefinden sorgen. Bewegung ist schon deshalb so wichtig, weil der Körper im Verlauf der Wechseljahre auf Sparflamme schaltet – er braucht bis zu 15 Prozent weniger Energie.

Eine vollwertige Ernährung ist in dieser Zeit besonders wichtig. Wer jetzt viel Gemüse auf den Teller packt, tut nicht nur seiner Figur etwas Gutes, sondern sorgt auch für die Aufnahme wichtiger Nährstoffe. Das gilt auch für Kräuter und Gewürze, denen man jetzt vor der Menopause größere Aufmerksamkeit schenken sollte.

Wechseljahre sind Zeiten des Aufbruchs: Dein Weg ist dein Ziel!

Es gibt leider kein Pauschalrezept – jede Frau muss ihr eigenes maßgeschneidertes Programm finden, das Ernährung, Bewegung und Umgang mit Stress einbezieht. Wenn die Beschwerden den Alltag zu sehr beeinträchtigen, sollte man nicht zögern, um Hilfe zu bitten. Es gibt keinen Grund, jetzt zu leiden. Und wenn man die prägende Phase der Wechseljahre als einen Aufbruch versteht, als eine Zeit, in der man sich besonders gut um sich selbst kümmert und auf seine Bedürfnisse hört, dann kann am Ende etwas Positives stehen: nämlich sich selbst und seinen Körper nochmals neu kennengelernt und schätzen gelernt zu haben.

Welche Gedanken oder Erfahrungen hast du zu den Themen Wechseljahren und Menopause? Teile sie gerne mit uns und den anderen Frauen in den Kommentaren. Es muss mehr darüber gesprochen werden und wir machen gemeinsam den Anfang!