Auf einmal ist etwas anders: Die Periode ist nicht mehr pünktlich, die Gelenke schmerzen und der Schlaf war auch schon mal besser. Bei vielen Frauen taucht nun die Frage auf: Sind das etwa schon Wechseljahressymptome? Bianka Echtermeyer aus der Victoria Redaktion fragt deshalb bei der Gynäkologin Dr. Sheila de Liz nach. Denn die Wiesbadenerin bezeichnet sich selbst als „Missionarin der Menopause“.

Bianka: Sheila de Liz, wir freuen uns, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben. Uns in der Redaktion interessiert natürlich als Erstes: Was genau treibt eine „Missionarin der Menopause“ an?

Sheila de Liz: Die Arbeit an der guten Sache natürlich (lacht). Nein, im Ernst. Es geht mir darum, über die Wechseljahre zu sprechen, und zwar wirklich zu sprechen. Denn dieses Thema ist – das ist mein ehrlicher Eindruck – immer noch ein Tabu in unserer Gesellschaft, obwohl es 50 Prozent der Bevölkerung irgendwann betrifft.

Bianka: Gutes Stichwort, wir wollen heute von vorn beginnen. In der Redaktion haben wir letztens darüber diskutiert, dass einigen von uns nachts sehr warm wird. Sind das etwa schon Wechseljahressymptome?

Sheila de Liz: Bianka, Ihr Wort „etwa“ macht mich etwas stutzig. Ich erlebe tatsächlich häufig, dass viele Frauen Angst vor dieser Zeit haben, als würde man etwas verlieren oder aufgeben müssen. Tatsächlich gewinnen wir auch eine neue Freiheit!

Bianka: Da haben Sie mich erwischt! Aber welche Freiheiten meinen Sie genau?

Sheila de Liz: Damit spreche ich eine neue Art Selbstbewusstsein an, die in dieser Zeit entstehen kann. Denn nicht nur unser Hormonspiegel sinkt ab, sondern auch die Bereitschaft, Dinge zu tun, die wir eigentlich nicht mehr tun wollen.

Bianka: Der Zusammenhang war mir noch nicht klar.

Sheila de Liz: Ich beschreibe es oft so, dass das Östrogen das Geschlechtshormon ist, um ein Nest zu bauen und sich vorranging um andere zu kümmern. Wenn es in den Wechseljahren weniger wird und zusätzlich der Testosteron-Spiegel steigt, geht es für viele wieder um das „Ich“ im Leben.

Bianka: Können Sie noch mehr zu der hormonellen Veränderung sagen?

Sheila de Liz: Bei vielen Frauen verändert sich der Hormonspiegel ab ungefähr Mitte vierzig. Neben Östrogen nimmt auch das Hormon Progesteron ab. Diese Zeit wird auch Perimenopause genannt und dauert circa vier bis zehn Jahre. Also konkret gesagt, ist das die Phase vor der eigentlichen Menopause.

Bianka: Durch welche Wechseljahressymptome macht sich die Perimenopause genau bemerkbar?

Sheila de Liz: Lange bevor die letzte Regelblutung ausbleibt, registrieren viele Frauen, dass sich die Periode verändert. Ganz häufig fällt die Regel einige Monate aus und kommt danach wieder zurück. Auch Schmierblutungen sind keine Seltenheit. All das ist ganz normal, kann ich an dieser Stelle sagen. Der Grund ist, dass der Eisprung häufiger ausbleibt und damit den Zyklus aus dem Takt bringt.

Bianka: Kann es auch zu stärkeren Blutungen kommen?

Sheila de Liz: Ja, über Krämpfe und stärkere Blutungen berichten viele Frauen. Wenn die Betroffenen sehr darunter leiden, kann ein Frauenarzt oder eine Frauenärztin oft mit einfachen Hormonpräparaten helfen.

Bianka: Was sind weitere typische Wechseljahressymptome?

Sheila de Liz: Bei jeder Frau läuft diese Zeit anders ab, nicht alle bekommen beispielsweise Hitzewallungen. Blasenschwäche ist ein weiteres typisches Symptom, das Frauen häufig unangenehm ist. Zu Unrecht, finde ich, da es sehr viele Frauen betrifft und es heute gute Lösungen gibt. Außerdem zählen auch Schlafstörungen, innere Unruhe, Gelenkschmerzen und Vaginalbeschwerden zu den typischen Wechseljahressymptomen. Doch nicht falsch verstehen: Nicht jede Schlafstörung oder jedes Gelenk, das schmerzt, hat auch etwas mit den Hormonen zu tun.

Bianka: Haben Sie einen Tipp für uns, der in der Zeit der Umstellung guttut?

Sheila de Liz: Na klar. Gesundes Essen und Bewegung werden häufig genannt. Aber ich sage auch, dass Stille wichtig ist. Und zwar im Sinne von Achtsamkeit. Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst, priorisieren Sie Ihre eigenen Bedürfnisse und seien Sie gut zu sich selbst.

Woman on Fire: Alles über die fabelhaften Wechseljahre Gynäkologin Dr. med. Sheila de Liz ist überzeugt, dass die Wechseljahre cooler sind, als wir glauben und liefert auf 288 Seiten das nötige Rüstzeug, um gesund zu bleiben. Ein Muss für alle, die sich für die moderne Sicht der Medizin auf die weibliche Lebensmitte interessieren.


Woman on Fire: Alles über die fabelhaften Wechseljahre
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Wegen einer Blasenschwäche auf Sport oder lange Ausflüge verzichten? Das klingt nicht gut, denn jede Frau sollte sich frei fühlen können. Always Discreet Underwear Höschen nehmen bei plötzlichem Harndrang die Flüssigkeit sicher auf. Sie wird in Gel verwandelt und kommt nicht in Berührung mit der Haut.

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