Nina Ruge beschreibt in ihrer Kolumne, warum Frauen mutiger werden und ihr Leben in die Hand nehmen sollten.

Kraft in der Gemeinschaft zu finden – das ist wunderbar und eigentlich ganz leicht. Wir müssen nur die Hand ausstrecken und finden gleichgesinnte Seelen. Und es lohnt sich, findet Nina Ruge. In ihrer Victoria Kolumne Ninas Gedanken verrät sie uns mehr zum Thema Seelenverwandte.

Die Schnecke, die sich in ihrem dunklen Haus verschanzt: Hast du schon unsere Geschichte von Petra Kurschat gelesen? Sie ist Meisterin darin, Frauen – aber auch Männer – aus ihren Schneckenhäusern zu locken. Ihre große Leidenschaft, das Netzwerken, hat sie zu dem gemacht, was sie heute ist: eine selbstbewusste, lebensbejahende, starke Frau, die den Mut hat, immer wieder Grenzen auszutesten, sich neu zu erfinden und ihr Leben in die Hand zu nehmen, und das obwohl ihr das Leben mehr Härten zugemutet hat, als es erträglich scheint. Die umwerfende innere Freiheit, die mich sofort faszinierte, als ich sie zum ersten Mal traf, die rührt auch aus ihrer großen Lust zu teilen her.

Alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, berufstätig: Hallo, Mütter, die ihr demselben Wahnsinnsstress ausgesetzt seid – wir teilen uns das Aufpassen auf die Kleinen und schaffen uns damit enorme Entlastung! Hallo, ihr Menschen, die ihr wie ich psychische Grenzsituationen erlebt: Wir schließen uns zusammen und suchen uns gemeinsam eine:n Gruppentherapeut:in! Hey, Leute, die ihr bei mir in der Gegend lebt und das Café gegenüber liebt: Lasst uns gemeinsam mehr machen, als nur Hallo zu sagen. Lasst uns tiefer kennenlernen, austauschen, gemeinsam etwas unternehmen, mutiger werden!

Wieso sich also im Schneckenhaus verschanzen? Immerhin schützt es uns vor Unsicherheit und Enttäuschung. Da sind so viele Egos unterwegs, die nutzen mich nur aus. Und wenn ich mich anderen öffne, dann werde ich nur enttäuscht. Was setzt Petra solchen Glaubenssätzen entgegen? „Es geht darum, sich ehrlich in seinem Leben, in seinen Gruppen zu zeigen, damit andere sich auch öffnen und zeigen.“ Ein schlichter Satz – ein mutiges Handeln. Eines, das befreit.

Raus aus dem Schneckenhaus, das bedeutet: Respektieren, wie verschieden wir sind – und die großartige Vielfalt der Talente als Anregung, als Push für die eigene Entwicklung erkennen. Das bedeutet: Die eigenen Empfindlichkeiten einzugestehen und sich selbst humorvoll auf die Schippe nehmen! Das bedeutet: Das Gemeinsame als wichtiger zu schätzen als das Trennende – und das bedeutet auch, offen über Verletzungen, Enttäuschungen und Unsicherheiten in der Gruppe zu sprechen und voneinander zu lernen – respektvoll, ohne Vorwurf. Eine Gruppe, in der wir uns wohl fühlen und die uns am Herzen liegt, ist ein großartiger Übungsplatz für Toleranz und Power – für inneres Wachstum und Talentförderung im Anderen. Die US-amerikanische Musikerin Ani DiFranco dürfte Petras Seelenverwandte sein: „Wir finden Stärke in unseren Unterschieden und Trost in unseren Gemeinsamkeiten.“ Sind Ani und Petra auch für dich Seelenverwandte?

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