Wir in der Redaktion lieben Yoga! Gut, einige von uns setzen lieber auf Ausdauersport, aber die meisten praktizieren das Training, das auch eine innere Ruhe mit sich bringt. Nun haben wir eine besondere Frau kennengelernt, die eine spezielle Form des Yogas unterrichtet: das Bowspring Yoga! Es richtet den Körper auf, beugt Schmerzen vor und hilft besonders denen, die viel am Schreibtisch arbeiten. Doch wann hat Caroline Lindner-Endres ihre Liebe zum Yoga entdeckt und wie ist wie auf diese besondere Form gestoßen?

Durch Yoga hat sie sich freier gefühlt

Ihre Yoga-Geschichte begann bereits vor über 20 Jahren, als sie zum ersten Mal schwanger war. „Ich fand es damals toll zu erleben, wie der Atem das Wohlbefinden beeinflusst und die eigene Stimmung verändern kann“, sagt die heute 48-Jährige. „Ich kam anders aus der Yogastunde raus, als ich reingegangen war, fühlte mich freier, ausgeglichener, einfach besser.“

Nach der Geburt praktizierte sie weiter und probierte verschiedene Yoga-Stile aus. Sie blieb bei einer dynamischen Form des Yoga, bei der Bewegungsabläufe und Körperhaltungen aufeinander aufbauen und in fließender Abfolge geübt werden, und ließ sich zur Vinyasa-Flow-Lehrerin ausbilden.

Bowspring Yoga erinnert an die Bewegungen eines Bogens

Vor ein paar Jahren entdeckte sie dann Bowspring Yoga, das einen ganz anderen Ansatz als andere Stile verfolgt. Statt an geraden Linien und statischen Haltungen orientiert sich diese Art an den natürlichen Kurven der Wirbelsäule und setzt auf federnde, dehnende und dynamische Bewegungen – ähnlich wie bei einem Bogen, den man spannt und wieder loslässt. Daher stammt auch der Name dieser Form des Yogas: Bow spring heißt übersetzt Bogenfeder.

Die von der Tierwelt inspirierten Übungen helfen, das Fasziengewebe zu aktivieren, verklebte Strukturen zu lösen und die tief liegende Muskulatur zu kräftigen. „Man kann es vielleicht am besten mit einer Art intensivem Räkeln beschreiben“, erklärt Caroline. „So wie Katze oder Hund sich räkeln und langmachen oder wir selbst, wenn wir morgens im Bett liegen, kurz vorm Aufstehen.“

Wohlfühl-Yoga? Auf keinen Fall

Man sollte jedoch nicht den Fehler machen, es als Wohlfühl-Yoga abzutun. „Es ist unglaublich anstrengend, zumal wir ja hier in alle Richtungen steuern, oft asymmetrisch und an der Dreidimensionalität des Körpers arbeiten.“ Die muskuläre Anspannung findet nämlich sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite des Körpers statt. In den Haltungen werden Zug- und Schubmechanismen eingesetzt. Sie führen zu einer kraftvollen, balancierten Aufrichtung und Beweglichkeit.

Am Schreibtisch verkrampfen wir häufig

„Wenig Bewegung und eine unnatürliche, nicht selten verkrampfte Haltung am Schreibtisch führen zwangsläufig zu Schmerzen“, so Caroline. Die meisten (Rücken-) Leiden entstehen dadurch, dass viele von uns den Großteil ihres Alltags vor dem Computer arbeiten. Beim Bowspring Yoga wird in alle Seiten des Brustkorbs und in den gesamten Körper hineingeatmet. Alle Zellen sollen so optimal mit Sauerstoff versorgt und das Stresslevel gesenkt werden. Das wiederum führt zu Ausgeglichenheit – sowohl auf der Matte als auch im Alltag.

Wir kräftigen uns in alle Richtungen

Bei dieser Art des Yoga denken wir dreidimensional, dehnen und kräftigen stets in alle Richtungen. „Bowspring Yoga ist selbst für mich, die ich seit vielen Jahren Yoga mache, eine Offenbarung. Ich bin insgesamt viel flexibler geworden und mein Bewegungsradius hat sich enorm vergrößert.“ Doch vor allem bemerkt Caroline die positiven Auswirkungen, wenn sie in Unternehmen, bei den „Schreibtisch-Leuten“ unterrichtet. „Es ist eine tolle Weiterentwicklung, angepasst an unseren heutigen Arbeits- und Lebensstil.“ Fast wie ein kleiner Neubeginn!

Drei Übungen zum Ausprobieren

Übung 1: Seiten dehnen

  • Setz dich bei dieser Bowspring Yoga-Übung aufrecht hin, zieh die Sitzbeinhöcker auseinander und winkele den rechten Unterschenkel an.
  • Platziere nun den linken Fuß vor das rechte Knie und federe von den Rippen aus geführt von Seite zu Seite.
  • Der Kopf geht mit, das Brustbein zieht nach oben.
  • Nach ein paar Wiederholungen das linke Knie mit der rechten Hand sanft nach links schieben, dabei weiterfedern. Seitenwechsel.

Übung 2: Brust öffnen

  • Steh bei dieser Übung aufrecht, beug die Knie und schieb das Gesäß nach oben, als wolltest du dich auf einen hohen Stuhl setzen.
  • Brustbein heben, weit in die Flanken atmen. Du bist nun in der natürlichen Kurve der Wirbelsäule.
  • Löse deinen linken Fuß, leg ihn oberhalb des rechten Knies ab, das linke Knie zeigt zum Himmel. Handflächen zueinander, Hände über den Kopf, die Daumenballen drücken leicht auf die Krone des Kopfes.
  • Brustkorb und Ellenbogen federn nun sanft himmelwärts, der Blick geht mit. Feder vom Knie aus geführt, die Leisten bleiben gebeugt.
  • Wiederhole die Übung für fünf tiefe Atemzüge. Seitenwechsel.

Übung 3: Tief atmen

  • Setz dich bei dieser Übung aufrecht hin. Atme tief in den Brustkorb und den oberen Rücken.
  • Leg zur Kontrolle eine Hand auf den Brustkorb und atme dagegen. Nimm nun zehn tiefe, gleich lange Atemzüge.

Bowspring Yoga hat uns überzeugt

Also nun möchten wir Bowspring Yoga sofort ausprobieren. Besonders die Flexibilität im Rücken würde uns guttun – die meisten von uns arbeiten schließlich viel am Schreibtisch. Wenn es dir ähnlich geht und du mehr Infos brauchst, kannst du auch Kurse oder Retreat-Wochenenden bei Caroline Lindner-Endres buchen.

Hast du schon einmal Bowspring Yoga ausprobiert? Oder praktizierst du lieber eine andere Yoga-Art? Erzähl uns gern von deinen Erfahrungen in den Kommentaren.